Interview mit Jonathan Lerche

Name: Lerche
Vorname: Jonathan
Beruf/Tätigkeit: Theologe/Sozialpädagoge/Erlebnispädagoge,
Jugendbildungsreferent Evang. Jugend
Gemeinde: checkpointJesus (Evangelische Landeskirche)

So bin ich Christ geworden:
Als 12-jähriger wollte ich es wissen: „Gott - Jesus, wenn es mit Dir wirklich irgendwas auf sich hat, dann will ich es ausprobieren“. Keine Kehrtwende von heut auf morgen, sondern ein bis heute andauernder Entscheidungs- und Erfahrungsprozess. Ich fing an regelmäßig gute Nachrichten zu lesen (in der Bibel) und mit Gott zu reden (Psychohygiene pur, sag ich nur!). Das prägte mich. Schritt für Schritt anders - eben ganzheitlicher und freier leben. Ohne moderne Bibelübersetzung und einer altersgerechten Bibellesehilfe wäre ich damals zwar aufgeschmissen gewesen. Aber zum Glück konnte ich ausreichend andere Christen mit meinen Fragen löchern. Es gibt in der Bibel und im Glauben ja so einigen Stoff, der erklärungsbedürftig ist... (und erklärt aber auch echt Sinn ergibt). Tja, und seither bin ich mit gemeinsam mit Gott unterwegs... (eben mit einer etwas anderen Perspektive auf Mensch und Welt).

So wirkt sich der Glaube auf mein Leben aus:
Leben ohne Gott – warum? Gott macht mir das Leben unglaublich gehaltvoll: Sinn, Ziel, Aufgabe, Zweifel, Durchhalten, Glück, Kraft, Mut, Perspektive, ... Als Christ ist das Leben keinesfalls einfach, aber es lässt sich irgendwie leichter leben... Gott ist meine „Lebens-Grund-Lage“ – auch, wenn ich das leider manchmal vergesse, zurückkommen darf ich immer wieder. Echt „Wunder-Bar“. Gottes Liebe ist unendlich groß. Wie könnte ich anders, als zuzulassen, dass Gott Seine Liebe auch durch mich kleinen Jonathan weitergibt an die Menschen, denen ich begegne...

Das begeistert mich an Jesus Christus besonders:
Sein bedingungsloses Annehmen, Vergeben und Auffordern. Und, dass Er gerne feiert! (-:

Darum ist mir Beten so wichtig:
Was taugt ein Smartphone ohne „Netz“ oder Internet? Wenn ich mit Gott rede, also spreche und auch zuhöre ("beten") – dann mache ich mich erreichbar für Seine guten Ideen für mein Leben und kann dann was daraus machen. „Beten ist Beziehung“, las ich mal – dem kann ich nur zustimmen. (-:

Das ist mir an Gemeinde/Kirche wichtig:
Dass wir als Kirche selbst immer wieder begreifen, dass es bei „Kirche“ nicht zuerst um Institution geht, sondern um uns Menschen. Kirche sind Menschen, die zu Jesus gehören - "Jesusfans" quasi. Unsere Aufgabe ist es, uns gegenseitig zu lieben. Uns gegenseitig und alle Menschen, denen wir im Alltag begegenen. Was heißt das konkret? Das lässt sich in der Bibel nachlesen – und, sagt es uns das eigene Gewissen nicht oft genug? 

Das bedeutet mir Ökumene:
„Alle sollen eins sein“ – das hat schon Jesus gebetet (Joh 17,21). Ich liebe die bunte und göttliche Vielfalt – die ist so großartig – und eben auch die Einheit in Jesus Christus, genauso genal. Also: streiten, diskutieren, bloß nicht alles toll finden und genauso auch „Komisches“ stehen lassen, aushalten, das und den anderen schätzen lernen. Und nach 'nem ordentlichen Streit, gemeinsam was Essen gehen. 

Das ist meine Lieblingsbibelstelle:
Johannes 16,33

Das ist mein christliches Lieblingslied:
Jedes Lied, das ehrlich und von Herzen gesungen wird, fasziniert mich. Ich bin ein „Kind meiner Zeit“, bevorzuge eher neuere Lieder, welche gehaltvoll getextet und musikalisch filigran gestaltet sind. Genauso gibt es für mich auch wunderbare Lieder, die inzwischen mehrere Jahrhunderte „auf dem Buckel“ haben – solange wir Menschen diese mit ganzem Herzen singen, freut mich das.

Das finde ich toll an Erfurt:
Ich erlebe Erfurt als eine gemütliche, schöne, übersichtliche, gut zu erfahrende und erlaufende Stadt. Auch hier gibt es Menschen mit wunderbaren neuen Ideen und Menschen, die mit Altem behutsam umzugehen wissen. Ich erlebe viele wunderbare Menschen - auch ne Menge mit teils großen Herausforderungen. Zugleich aber auch viel Engagement für andere. Klasse!

Das ist mein Lieblingsplatz in Erfurt:
Die grünen Flecke der Stadt bevorzuge ich sehr. Insbsondere der Steigerwald und die Gegend entlang der Gera genieße ich. Doch auch in "meinem Kiez" - das ganze Viertel rund um die Anfänge des Erfurter Nordens - da bin ich gerne.